Umsatzsteuer-Rechner
Rechne in beide Richtungen: Umsatzsteuer auf einen Nettobetrag aufschlagen oder aus einem Bruttobetrag herausrechnen. Dazu Menge, Reverse Charge, Kleinunternehmerregelung und die Vorsteuer — damit direkt die Zahllast der UVA herausfällt.
Weitere Angaben
Bruttobetrag
€ 120,00
| Netto | € 100,00 |
| Umsatzsteuer (20 %) | € 20,00 |
| Brutto | € 120,00 |
Von der Umsatzsteuer zur Zahllast
Die Umsatzsteuer auf einer Rechnung ist noch nicht der Betrag, der ans Finanzamt geht. Abzuführen ist die Zahllast: die Umsatzsteuer aus den eigenen Umsätzen minus die Vorsteuer aus den Eingangsrechnungen desselben Zeitraums.
Übersteigt die Vorsteuer die Umsatzsteuer — typisch in Gründungs- oder Investitionsphasen — entsteht ein Vorsteuerüberhang, den das Finanzamt gutschreibt. Genau diese Rechnung nimmt dir das Feld „Abziehbare Vorsteuer“ oben ab.
Wann keine Umsatzsteuer auf die Rechnung kommt
Zwei Fälle im Alltag führen zu einer Rechnung ohne USt — aus völlig unterschiedlichen Gründen, mit unterschiedlichen Folgen für den Vorsteuerabzug.
- Reverse Charge (§ 19 UStG): Die Steuerschuld geht auf die:den Leistungsempfänger:in über. Auf der Rechnung stehen beide UID-Nummern und der ausdrückliche Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld. Der eigene Vorsteuerabzug bleibt unberührt.
- Kleinunternehmerregelung (§ 6 Abs 1 Z 27 UStG): Bis 55.000 € Nettojahresumsatz kann auf die USt verzichtet werden. Die Befreiung ist unecht — sie kostet den Vorsteuerabzug. Bei hohen Investitionen ist der freiwillige Verzicht auf die Befreiung oft günstiger.
Die 10-%-Toleranz bei der Kleinunternehmergrenze
Wird die Grenze von 55.000 € netto im Jahr überschritten, ist das nicht sofort das Ende der Befreiung: Bis zu einer Überschreitung um 10 % — also bis 60.500 € — bleibt sie für das laufende Kalenderjahr aufrecht.
Erst darüber fällt sie weg, und zwar ab dem Umsatz, der die Toleranzgrenze reißt. Trag deinen voraussichtlichen Jahresumsatz oben ein, dann zeigt der Rechner an, wo du stehst.
| Satz | Gilt unter anderem für | Faktor Netto → Brutto |
|---|---|---|
| 20 % | Normalsatz — der Regelfall | × 1,20 |
| 13 % | Lebende Tiere und Pflanzen, Kunstgegenstände, Sport- und Kulturveranstaltungen | × 1,13 |
| 10 % | Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, Wohnungsmieten, Personenbeförderung | × 1,10 |
| 0 % | Echt befreite Umsätze, z. B. Ausfuhrlieferungen | × 1,00 |
Die Zuordnung einzelner Leistungen zum ermäßigten Satz ist im Detail geregelt — im Zweifel steuerlich abklären.
| Satz | Netto = Brutto ÷ | USt-Anteil am Brutto |
|---|---|---|
| 20 % | 1,20 | 16,67 % |
| 13 % | 1,13 | 11,50 % |
| 10 % | 1,10 | 9,09 % |
Häufiger Fehler: Aus 120 € brutto ergeben sich nicht 96 € netto (120 − 20 %), sondern 100 €.
Rechenbeispiel
Ein Quartal in der Umsatzsteuervoranmeldung
Eine Einzelunternehmerin stellt im Quartal 18.000 € netto zum Normalsatz in Rechnung und hat Eingangsrechnungen mit 1.240 € Vorsteuer.
- Umsätze netto
- 18.000,00 €
- Umsatzsteuer 20 %
- 3.600,00 €
- Rechnungssumme brutto
- 21.600,00 €
- Abziehbare Vorsteuer
- − 1.240,00 €
- Zahllast
- 2.360,00 €
2.360 € sind ans Finanzamt abzuführen. Die 21.600 € brutto waren nie Umsatz im betriebswirtschaftlichen Sinn — die 3.600 € USt sind durchlaufender Posten.
Rechenbeispiel
Kleinunternehmerin knapp an der Grenze
Ein Jahresumsatz von 57.000 € netto liegt über 55.000 €, aber unter der Toleranzgrenze von 60.500 €.
- Jahresumsatz netto
- 57.000 €
- Grenze
- 55.000 €
- Toleranzgrenze (+10 %)
- 60.500 €
- Status im laufenden Jahr
- befreit
Die Befreiung gilt für das laufende Jahr weiter. Im Folgejahr ist sie weg — die Umstellung auf USt-Verrechnung und UVA sollte man also nicht bis Jänner aufschieben.
Passend dazu
- Körperschaftsteuer-RechnerKöSt und Mindest-KöSt für GmbH, FlexKapG und AG.
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Häufige Fragen
Welche Umsatzsteuersätze gibt es in Österreich?+
Der Normalsatz beträgt 20 %. Ermäßigte Sätze sind 13 % (z. B. lebende Tiere, Kunstgegenstände, Sport- und Kulturveranstaltungen) und 10 % (z. B. Lebensmittel, Bücher, Mieten, Personenbeförderung). Daneben gibt es echt steuerbefreite Umsätze mit 0 %.
Wie rechne ich Brutto aus Netto?+
Brutto = Netto × (1 + Steuersatz). Bei 20 % wird der Nettobetrag also mit 1,2 multipliziert: 100 € netto ergeben 120 € brutto.
Wie rechne ich Netto aus Brutto?+
Netto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz). Bei 20 % wird der Bruttobetrag durch 1,2 geteilt: 120 € brutto ergeben 100 € netto, die USt beträgt 20 €. Der häufigste Fehler ist, stattdessen 20 % vom Bruttobetrag abzuziehen — das ergibt zu wenig.
Was ist die Zahllast?+
Die Zahllast ist der Betrag, der tatsächlich ans Finanzamt geht: Umsatzsteuer aus den eigenen Umsätzen minus abziehbare Vorsteuer aus Eingangsrechnungen desselben Voranmeldungszeitraums. Ist die Vorsteuer höher, entsteht ein Vorsteuerüberhang, den das Finanzamt gutschreibt.
Wie hoch ist die Kleinunternehmergrenze?+
Seit 2025 liegt sie bei 55.000 € Nettojahresumsatz. Eine Überschreitung um bis zu 10 % (also bis 60.500 €) ist im laufenden Kalenderjahr unschädlich; darüber fällt die Befreiung ab dem überschreitenden Umsatz weg.
Was bedeutet Reverse Charge?+
Bei Reverse Charge (§ 19 UStG) geht die Steuerschuld auf die:den Leistungsempfänger:in über. Die Rechnung wird ohne USt ausgestellt, muss aber die UID beider Seiten und den Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld enthalten. Typisch bei B2B-Leistungen ins EU-Ausland und bei Bauleistungen.
Wann gilt der ermäßigte Satz von 13 %?+
Der 13-%-Satz gilt etwa für lebende Tiere und Pflanzen, Futtermittel, Kunstgegenstände sowie Sport- und Kulturveranstaltungen. Für Beherbergung gilt der 10-%-Satz. Die Abgrenzung ist im Detail geregelt und im Zweifel steuerlich abzuklären.
Was ist der Unterschied zwischen echter und unechter Steuerbefreiung?+
Bei echter Steuerbefreiung (z. B. Ausfuhrlieferungen) fällt keine USt an, der Vorsteuerabzug bleibt aber erhalten. Bei unechter Befreiung — etwa der Kleinunternehmerregelung — entfällt der Vorsteuerabzug. Deshalb kann ein freiwilliger Verzicht auf die Kleinunternehmerbefreiung bei hohen Investitionen günstiger sein.