Die Einführung des Krypto-Meldepflichtgesetzes (Krypto-MPfG) wird den Umgang mit Kryptowährungen ab dem 1. Januar 2026 in Österreich maßgeblich beeinflussen und die Transparenz von Krypto-Transaktionen für das Finanzamt erheblich erhöhen. Dienstleister im Kryptobereich sind zukünftig verpflichtet, umfangreiche Kundendaten jährlich zu melden, um steuerliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Steuerliche Regelungen
Im Rahmen der steuerlichen Normen unterliegen Gewinne aus Kryptowährungen seit dem 1. März 2022 der Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 %. Seit Anfang 2024 sind inländische Krypto-Dienstleister ebenfalls verpflichtet, die KESt einzubehalten. Ein spannendes Detail bleibt das sogenannte Krypto-Altvermögen: Vermögen, das bis zum 28. Februar 2021 erworben wurde und länger als ein Jahr gehalten wird, bleibt von der Besteuerung frei.
Meldepflicht und betroffene Parteien
Nicht nur nationale, sondern auch internationale Krypto-Dienstleister, die in Österreich operieren, sind von der Meldepflicht betroffen. Dazu zählen Anbieter, die den Handel, die Verwahrung oder den Transfer von Kryptowährungen ermöglichen. Der grenzüberschreitende Datenaustausch wird in Zusammenarbeit mit EU-Staaten und anderen Staaten, die das Common Reporting Standard Framework (CARF) unterzeichnet haben, durchgeführt. Bemerkenswert ist, dass die USA nicht an diesem Informationsaustausch beteiligt sind.
Details der Meldung
Die Meldungen müssen Anlegerdaten wie Name, Adresse und Steuer-ID, Anbieterdaten sowie umfangreiche Transaktionsdaten umfassen. Ein entscheidender Punkt ist, dass diese Informationen jährlich bis zum 31. Juli für das vorangegangene Kalenderjahr eingereicht werden müssen – die erste Meldung erfolgt somit bis zum 31. Juli 2027 für das Jahr 2026.
Empfehlungen für Krypto-Anleger
Angesichts der rigorosen Meldepflichten wird Anlegern geraten, ab 2026 ihre Transaktionen, Wallet-Transfers und Gebühren sorgfältig zu dokumentieren. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, eine Nachmeldung von nicht oder unvollständig deklarierten Einkünften vor dem ersten Datenaustausch im Jahr 2027 vorzunehmen. Eine fristgerechte Selbstanzeige kann bei Beachtung strenger Bedingungen auch zur Straffreiheit führen, vorausgesetzt, sie erfolgt vor einer behördlichen Verfolgung.
Weitere Informationen
Das Krypto-Meldepflichtgesetz ist Teil des geplanten Betrugsbekämpfungsgesetzes 2025. Der genaue rechtliche Rahmen kann im Rechtsinformationssystem (RIS) eingesehen werden.


